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Die Pfarrei feierte Erntedank. Bei den
Gottesdiensten am Samstag und Sonntag wurde auch die
Kirchenkollekte „Caritas“ durchgeführt.
Das
Landvolk hatte für die Erntedankgottesdienste am
Samstag und Sonntag wieder den Altar mit den
Früchten der Erde herrlich geschmückt. Pfarrer
Werner Sulzer bedankte sich beim Landvolk
Schmidmühlen für die Vorbereitung und Gestaltung des
Erntedankgottesdienstes am Sonntag. Anstatt einer
Lesung haben die Mitglieder des Landvolks eine
Geschichte gespielt. Erzählerin Frau Rosi Obermeier
sagte zu den Kirchbesuchern, dass Daniel (Louis
Weigert) und seine Mutter (Annemarie Spies) einen
wunderschönen Tag verbrachten. Es war Sonntag und
sie hatten im Garten gespielt. Jetzt saßen sie beide
erschöpft im Wohnzimmer und Daniel fragte seine
Mutter „Wie erkenne ich eigentlich den lieben Gott,
wenn ich ihm mal begegne?“ Du stellst aber
schwierige Fragen, aber lass mich mal nachdenken“,
so die Mutter. Nach einer geraumen Zeit hatte die
Mutter eine Antwort „Daniel, der liebe Gott ist in
jedem Menschen, aber bei manchen spürst du das ganz
deutlich. Wenn du mal jemanden begegnest, der dir
etwas schenkt, ohne etwas Besonderes dafür
zurückzuwollen, dann muss der liebe Gott in der Nähe
sein“! Von diesem Tag an nahm sich Daniel vor auf
die Suche nach dem lieben Gott zu gehen. Erst dachte
Daniel bei seinem Opa (Alfons Weigert) wäre der
liebe Gott, weil er ihm nämlich einen Strohhut
schenkt, allerdings unter der Bedingung, dass er gut
darauf aufpasst“! Genau war es mit Tante Rita (Rita
Lautenschlager), sie kaufte ihm zwar auf dem
Jahrmarkt ein schönes Lebkuchenherz mit
aufgedrucktem Buchstaben „Ich hab dich gern“, jedoch
wollte sie dafür ein Bussi. Wieder hatte Daniel den
lieben Gott verpasst. Es musste doch irgendjemanden
geben, der etwas verschenkt, ohne was dafür zu
wollen. Zu seinem Geburtstag bekam Daniel von seinen
Eltern ein Fahrrad. Er freute sich riesig, plötzlich
kam ihm die Idee, ob der liebe Gott diesmal seine
Hand im Spiel gehabt hatte. Misstrauisch fragte er
„Mama ist das einfach so geschenkt, oder was soll
ich dafür machen?“ „Einfach so“! Daniel hüpfte vor
Freude herum, er hatte vom lieben Gott ein
nagelneues Fahrrad geschenkt bekommen. Doch am
nächsten Tag rief die Nachbarin (Frau Maria Weigert)
an und beschwerte sich, dass Daniel mit seinem Rad
den frisch eingesäten Rasen zerfurcht habe. Die
Mutter sagte „wenn ich das gewusst hätte, hätte ich
die das Fahrrad nicht geschenkt“. Schon wieder eine
Bedingung, Daniel war enttäuscht. Wahrscheinlich mag
der liebe Gott doch keine Fahrräder. Daniel ging zu
seinem Lieblingsplatz im Garten unterm Apfelbaum.
Plötzlich fiel mit einem lauten Plumps ein dicker
Apfel vom Baum direkt vor ihm. Er lachte ihn
förmlich an als wollte er sagen, „beiß doch rein,
Daniel“. Das lies er sicht nicht zweimal sagen. Im
selben Moment ging ihm ein Licht auf, eben hatte er
etwas geschenkt bekommen, ohne dass er etwas
Besonderes machen musste. Daniel sagte „der liebe
Gott wohn im Apfelbaum. Viele Geschenke muss man
sich verdienen. Wenn du brav bist, wenn du dein
Zimmer aufräumst, wenn du eine Drei in Mathe hast“!
In seiner Predigt betonte Pfarrer Werner Sulzer,
dass niemand so einfach komplizierte Fragen stellen
kann, wie ein Kind. Die Frage „Wie merk ich, wenn
ich dem lieben Gott begegne?“ stellte der Pfarrer
den Kirchbesuchern. Diese Frage hatte die Mutter in
dem Spiel ganz schön zum Nachdenken und zum
Schwitzen gebracht. Aber sie hat eine Antwort
gefunden, die ich auch nicht besser hätte geben
können: „Wenn du mal jemandem begegnest, der dir
etwas schenkt, ohne etwas Besonderes dafür zurück zu
wollen, dann muss der liebe Gott in der Nähe sein.
Wenn dir jemand ohne eine Bedingung zu stellen, ohne
etwas zu erwarten, ohne dass du eine Vorleistung
erbringen musstest etwas schenkt, dann ist Gott im
Spiel“!
Da hat sich der Daniel auf die Suche gemacht.
Zunächst meinte er schon der liebe Gott hat mit
seinem Opa etwas zu tun. Doch dann kam eine
Bedingung nachgeschoben, Welche? Aber nur, wenn du
gut darauf aufpasst?“ Manche Geschenke sind
Erinnerungsstücke, man kann mit ihnen nicht machen
was man will. Auch Tante Rita hatte so ihre
Vorstellungen, Nämlich? Bekomme ich ein Bussi dafür?
Gibst du mir, dann geb` ich dir! Als drittes sah es
so aus, als ob der liebe Gott Fahrräder mag. Aber
doch im nach hinein kam bald die Einschränkung, nur
wenn du keinen Unfug anstellst.
Traurig setzte sich Daniel unter den Apfelbaum und
da ging ihm plötzlich ein Licht auf. Was erkannte er
plötzlich: „Der liebe Gott wohn im Apfelbaum! Warum
denn das? Ein Baum stellt keine Bedingungen, er
erwartet nichts, er beschenkt uns mit seinen
Früchten. „Der liebe Gott wohnt natürlich nicht nur
bei mit im Apfelbaum, er wohnt genauso bei dir
zuhause im Apfelbaum, er wohnt im Birnbaum und im
Himbeerstrauch. Ja, er wohnt überall in der Natur,
wo wir ohne unser Zutun, etwas geschenkt bekommen“,
so Pfarrer Sulzer. Die ganze Natur ist voll von
Gott. Er ist in der Luft, die uns mit jedem Atemzug
geschenkt wir. Er wohnt im Wasser, das wir nicht
selber machen müssen. Er begegnet uns in den
Früchten, die wir in unseren Gärten, auf den Feldern
ernten, die wir letztlich auch nicht machen können.
Wir können ihn entdecken in der schönen Landschaft,
die uns erfreut. Er tritt uns gegenüber in Menschen,
die uns etwas von ganzem Herzen schenken, ohne dass
sie irgendeine Bedingung stellen. „Wenn du mal
jemandem begegnest, der dir etwas schenkt, ohne
etwas Besonderes dafür zurück zu wollen, dann muss
der liebe Gott in der Nähe sein“, so Pfarrer Werner
Sulzer.
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