Pfarrei Schmidmühlen

Kath. Pfarramt

Schmidmühlen

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Wallfahrt endete mit sehr starken Regen /

Wallfahrtsgottesdienst / 136 Fußwallfahrer pilgerten wieder auf den Habsberg

 
 

 

Bilder von der Wallfahrt

120 Fußwallfahrer der Pfarrgemeinde Schmidmühlen und Umgebung pilgerten ab Schmidmühlen zur Wallfahrtskirche „Maria, Heil der Kranken“ auf den Habsberg.

 Bei angenehmen und warmen Temperaturen machten sich die Wallfahrer von Schmidmühlen aus auf den ca. 25 km langen Weg zum Habsberg. Die Sanitäter Rupert und Albin Koller von der Sanitätsgruppe Rohrbach begleiteten die Wallfahrer mit einem Sanka und Rita Geitner mit einem Begleitfahrzeug für Utensilien der Wallfahrer. Um 10.45 Uhr trafen sich die Wallfahrer in der Pfarrkirche Schmidmühlen, wo ihnen Urlaubsvertretung Pfarrer Promildon Lobo den Wallfahrtssegen erteilte. Pfarrer Lobo zeigte sich sehr erfreut über die große Teilnahme an der Wallfahrt und hatte sich kurzfristig entschlossen, ebenfalls zu Fuß die Wallfahrer zum Habsberg zu begleiten.

 Der Wallfahrtsweg führte wieder entlang des Lauterach-Fahrradweges. Bei sehr guten äußerlichen Bedingungen ging es durch Wald und Flur nach Adertshausen, wo den Wallfahrern kostenlos Getränke zur Verfügung gestellt wurden. Weiter ging es zum Ort Hohenburg, Allersburg zur ersten Rast nach Ransbach. Der Tischtennisverein hatte wieder Brotzeiten nach Ransbach in die Maschinenhalle von Familie Winter gefahren, wo die Wallfahrer verpflegt wurden. Sogar Kuchen und Kaffee wurde wieder angeboten. Der Clowagen wurde von der Marktgemeinde Schmidmühlen zur Verfügung gestellt und Hermann Heimler hatte den Transport übernommen.   

 Um 15.30 Uhr trafen sich die Wallfahrer wieder vor der Schranke zum Truppenübungsplatz zum weiteren Fußmarsch. Inzwischen war die Wallfahrtsgruppe auf 136 Teilnehmer angewachsen. Die Wallfahrer wurden von einem Fahrzeug im Namen der US Army durch den Übungsplatz begleitet. Nach verlassen des Truppenübungsplatzes wurde der erste Kniefall gebetet. Nach alter Überlieferung wurde an drei Stellen, wo sich in den früheren Jahren den Pilgern die Wallfahrtskirche zeigte, der „Kniefall“ mit Gruß an die Gottesmutter Maria durch Wallfahrtsleiter Johann Bauer gebetet. „Maria ich grüße dich, Maria ich grüße die 33 000 mal, so wie dich der heilige Erzengel Gabriel gegrüßt hat“, so Bauer. Für die nötige Stärkung mit Getränken war in der Ortschaft Bernla durch Adolf Söldner, jun. gesorgt. An den Kirchen und Kapellen, an denen die Wallfahrer vorbeimarschierten, läuteten die Glocken. Auf der Pilgerwallfahrt wurde nicht nur gebetet, nein es wurde auch gesungen. Anhand des Wallfahrtsbüchleins wurden Lieder zum Lobpreis „Mariens“ gesungen. Kurz vor dem dritten Kniefall zogen dunkle Gewitterwolken auf und schon begann es wie aus Eimern zu Regen. Es wurde immer dunkler und man konnte wegen des starken Windes und Regen sich kaum mehr fortbewegen. Die Wallfahrtsgruppe wurde im wahrsten Sinne „nass bis auf die Haut“! Betend und völlig durchnässt wurde gegen 18.10 Uhr die Wallfahrtskirche auf den Habsberg erreicht.

 Die Pilger wurden von Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer, Rektor, begrüßt. Auch viele Pilger aus Schmidmühlen kamen mit dem Auto oder fuhren mit dem Bus zum Habsberg. Anschließend war Beichtgelegenheit, 19.30 Uhr Rosenkranz und um 20 Uhr Wallfahrtsgottesdienst, anschließend Lichterprozession um die Wallfahrtskirche. Die gesangliche Umrahmung des Wallfahrtsgottesdienstes erfolgte durch den Kirchenchor Schmidmühlen. Der Gottesdienst wurde in Konzelebration von Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer, Pfarrer Andreas und Pfarrer

Promildon Lobo gefeiert. In seiner Festpredigt sagte Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeier „seit dem IV. Jahrhundert wird das Fest Entschlafung Mariens oder der Aufnahme Mariens in den Himmel bei den Armeniern, ab dem V. Jahrhundert bei den Byzantinern und ab dem VII. Jahrhundert wird es auch in der römischen Kirche gefeiert“. Das Fest der Entschlafung der Gottesmutter ist als große Doxologie, das heißt als ein Lobpreis auf Gottes Heilsplan zu verstehen, als gefeierter und gesungener Glaube der Kirche. Die Kirche feiert damit ihr kleines Osterfest, die konkrete Erfüllung der österlichen Verheißung an Maria, der Gottesgebärerin. „Maria Himmelfahrt ist bei den Gläubigen in Ost und West gleichermaßen beliebt. Die Menschen spüren intuitiv, bei diesem Fest geht es um eine Grenzerfahrung“. Am 15. August ist der Sommer vorbei, die Ernte ist eingebracht. Es stellt sich dabei auch die Frage nach meinem Leben und nach meinem Tod. Wie wird einmal die Ernte meines Lebens sein? Auf den byzantinischen Ikonen des Ostens ebenso wie in den romanischen und gotischen Abbildungen des Westens ist die theologische Aussage dieses Festes für uns alle sehr tröstlich dargestellt. Maria, die auf dem Totenbett liegt, ist Bild für die Kirche, für die Menschheit, für jeden von uns. Hinter der toten Mutter Gottes steht Christus, der eine kleine menschliche Gestalt wie eine Mutter auf seinen Armen trägt, unser Menschsein. „Nach unserem Glauben kommt in unserer Todesstunde also nicht eine blinde Schicksalsmacht über uns, sondern der Herr selber kommt und holt uns in Liebe heim“, so Thiermeyer.

 „Der Leib ist für die Auferstehung bestimmt, darum sollen wir gut mit ihm umgehen. Der Leib, die Gefühle, unsere Sinne, alles ist uns von Gott gegeben, um uns zu Gott zu führen. Es gibt keine christliche Erlösung ohne Leib“! Der Mensch in seiner Ganzheit erfährt seine Vollendung und Krönung in Gott. So ist es auch mit all den Begegnungen, die wir unvollkommen mit anderen Menschen hier haben. Sie kommen in unseren Leib und in unserer Seele zu Gott, sie werden in der Ewigkeit Gottes zu Recht gerückt und aufgehoben. „Wie wird das geschehen?“, fragte Rektor Thiermeyer die Kirchbesucher. Paulus antwortet mit einem Vergleich aus der Natur: So wie ein Samenkorn in die Erde gelegt wird, damit aus ihm neues Leben werden kann, so wird der Leib ins Grab gelegt, verwest und wird von Gott zu neuem Leben erweckt! Im Tod werden wir uns daher nicht beziehungslos, sondern in einer ungeahnten Nähe zu anderen finden, nicht nur zu denen, die uns schon Gott vorausgegangen sind, sondern auch zu denen, die sich noch hier auf Erden mühen. „Das Muttergottesfest der Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele ist das Fest der Würde unseres ganzen Menschseins. Der Christ achtet auf die Würde des Leibes, aber er vergötzt ihn nicht!“

 Inzwischen hatte es aufgehört zum Regnen und so zog man bestückt mit brennenden Kerzen im Anschluss an den Wallfahrtsgottesdienst zur Lichterprozession singend und betend um die Wallfahrtskirche und Gnadenkapelle. Den Abschluss bildete das gemeinsam gesungene „Segne du Maria“. Am nächsten Tag war um 9.30 Uhr ein Amt für die verstorbenen Wallfahrer der Pfarrgemeinde Schmidmühlen.