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Fußwallfahrer der Pfarrgemeinde Schmidmühlen und
Umgebung pilgerten ab Schmidmühlen zur
Wallfahrtskirche „Maria, Heil der Kranken“ auf den
Habsberg.
Bei
angenehmen und warmen Temperaturen machten sich die
Wallfahrer von Schmidmühlen aus auf den ca. 25 km
langen Weg zum Habsberg. Die Sanitäter Rupert und
Albin Koller von der Sanitätsgruppe Rohrbach
begleiteten die Wallfahrer mit einem Sanka und Rita
Geitner mit einem Begleitfahrzeug für Utensilien der
Wallfahrer. Um 10.45 Uhr trafen sich die Wallfahrer
in der Pfarrkirche Schmidmühlen, wo ihnen
Urlaubsvertretung Pfarrer Promildon Lobo den
Wallfahrtssegen erteilte. Pfarrer Lobo zeigte sich
sehr erfreut über die große Teilnahme an der
Wallfahrt und hatte sich kurzfristig entschlossen,
ebenfalls zu Fuß die Wallfahrer zum Habsberg zu
begleiten.
Der
Wallfahrtsweg führte wieder entlang des
Lauterach-Fahrradweges. Bei sehr guten äußerlichen
Bedingungen ging es durch Wald und Flur nach
Adertshausen, wo den Wallfahrern kostenlos Getränke
zur Verfügung gestellt wurden. Weiter ging es zum
Ort Hohenburg, Allersburg zur ersten Rast nach
Ransbach. Der Tischtennisverein hatte wieder
Brotzeiten nach Ransbach in die Maschinenhalle von
Familie Winter gefahren, wo die Wallfahrer verpflegt
wurden. Sogar Kuchen und Kaffee wurde wieder
angeboten. Der Clowagen wurde von der Marktgemeinde
Schmidmühlen zur Verfügung gestellt und Hermann
Heimler hatte den Transport übernommen.
Um 15.30 Uhr
trafen sich die Wallfahrer wieder vor der Schranke
zum Truppenübungsplatz zum weiteren Fußmarsch.
Inzwischen war die Wallfahrtsgruppe auf 136
Teilnehmer angewachsen. Die Wallfahrer wurden von
einem Fahrzeug im Namen der US Army durch den
Übungsplatz begleitet. Nach verlassen des
Truppenübungsplatzes wurde der erste Kniefall
gebetet. Nach alter Überlieferung wurde an drei
Stellen, wo sich in den früheren Jahren den Pilgern
die Wallfahrtskirche zeigte, der „Kniefall“ mit Gruß
an die Gottesmutter Maria durch Wallfahrtsleiter
Johann Bauer gebetet. „Maria ich grüße dich, Maria
ich grüße die 33 000 mal, so wie dich der heilige
Erzengel Gabriel gegrüßt hat“, so Bauer. Für die
nötige Stärkung mit Getränken war in der Ortschaft
Bernla durch Adolf Söldner, jun. gesorgt. An den
Kirchen und Kapellen, an denen die Wallfahrer
vorbeimarschierten, läuteten die Glocken. Auf der
Pilgerwallfahrt wurde nicht nur gebetet, nein es
wurde auch gesungen. Anhand des Wallfahrtsbüchleins
wurden Lieder zum Lobpreis „Mariens“ gesungen. Kurz
vor dem dritten Kniefall zogen dunkle Gewitterwolken
auf und schon begann es wie aus Eimern zu Regen. Es
wurde immer dunkler und man konnte wegen des starken
Windes und Regen sich kaum mehr fortbewegen. Die
Wallfahrtsgruppe wurde im wahrsten Sinne „nass bis
auf die Haut“! Betend und völlig durchnässt wurde
gegen 18.10 Uhr die Wallfahrtskirche auf den
Habsberg erreicht.
Die Pilger
wurden von Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer,
Rektor, begrüßt. Auch viele Pilger aus Schmidmühlen
kamen mit dem Auto oder fuhren mit dem Bus zum
Habsberg. Anschließend war Beichtgelegenheit, 19.30
Uhr Rosenkranz und um 20 Uhr Wallfahrtsgottesdienst,
anschließend Lichterprozession um die
Wallfahrtskirche. Die gesangliche Umrahmung des
Wallfahrtsgottesdienstes erfolgte durch den
Kirchenchor Schmidmühlen. Der Gottesdienst wurde in
Konzelebration von Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer,
Pfarrer Andreas und Pfarrer
Promildon
Lobo gefeiert. In seiner Festpredigt sagte
Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeier „seit dem IV.
Jahrhundert wird das Fest Entschlafung Mariens oder
der Aufnahme Mariens in den Himmel bei den
Armeniern, ab dem V. Jahrhundert bei den Byzantinern
und ab dem VII. Jahrhundert wird es auch in der
römischen Kirche gefeiert“. Das Fest der
Entschlafung der Gottesmutter ist als große
Doxologie, das heißt als ein Lobpreis auf Gottes
Heilsplan zu verstehen, als gefeierter und
gesungener Glaube der Kirche. Die Kirche feiert
damit ihr kleines Osterfest, die konkrete Erfüllung
der österlichen Verheißung an Maria, der
Gottesgebärerin. „Maria Himmelfahrt ist bei den
Gläubigen in Ost und West gleichermaßen beliebt. Die
Menschen spüren intuitiv, bei diesem Fest geht es um
eine Grenzerfahrung“. Am 15. August ist der Sommer
vorbei, die Ernte ist eingebracht. Es stellt sich
dabei auch die Frage nach meinem Leben und nach
meinem Tod. Wie wird einmal die Ernte meines Lebens
sein? Auf den byzantinischen Ikonen des Ostens
ebenso wie in den romanischen und gotischen
Abbildungen des Westens ist die theologische Aussage
dieses Festes für uns alle sehr tröstlich
dargestellt. Maria, die auf dem Totenbett liegt, ist
Bild für die Kirche, für die Menschheit, für jeden
von uns. Hinter der toten Mutter Gottes steht
Christus, der eine kleine menschliche Gestalt wie
eine Mutter auf seinen Armen trägt, unser
Menschsein. „Nach unserem Glauben kommt in unserer
Todesstunde also nicht eine blinde Schicksalsmacht
über uns, sondern der Herr selber kommt und holt uns
in Liebe heim“, so Thiermeyer.
„Der Leib
ist für die Auferstehung bestimmt, darum sollen wir
gut mit ihm umgehen. Der Leib, die Gefühle, unsere
Sinne, alles ist uns von Gott gegeben, um uns zu
Gott zu führen. Es gibt keine christliche Erlösung
ohne Leib“! Der Mensch in seiner Ganzheit erfährt
seine Vollendung und Krönung in Gott. So ist es auch
mit all den Begegnungen, die wir unvollkommen mit
anderen Menschen hier haben. Sie kommen in unseren
Leib und in unserer Seele zu Gott, sie werden in der
Ewigkeit Gottes zu Recht gerückt und aufgehoben.
„Wie wird das geschehen?“, fragte Rektor Thiermeyer
die Kirchbesucher. Paulus antwortet mit einem
Vergleich aus der Natur: So wie ein Samenkorn in die
Erde gelegt wird, damit aus ihm neues Leben werden
kann, so wird der Leib ins Grab gelegt, verwest und
wird von Gott zu neuem Leben erweckt! Im Tod werden
wir uns daher nicht beziehungslos, sondern in einer
ungeahnten Nähe zu anderen finden, nicht nur zu
denen, die uns schon Gott vorausgegangen sind,
sondern auch zu denen, die sich noch hier auf Erden
mühen. „Das Muttergottesfest der Aufnahme in den
Himmel mit Leib und Seele ist das Fest der Würde
unseres ganzen Menschseins. Der Christ achtet auf
die Würde des Leibes, aber er vergötzt ihn nicht!“
Inzwischen
hatte es aufgehört zum Regnen und so zog man
bestückt mit brennenden Kerzen im Anschluss an den
Wallfahrtsgottesdienst zur Lichterprozession singend
und betend um die Wallfahrtskirche und
Gnadenkapelle. Den Abschluss bildete das gemeinsam
gesungene „Segne du Maria“. Am nächsten Tag war um
9.30 Uhr ein Amt für die verstorbenen Wallfahrer der
Pfarrgemeinde Schmidmühlen.