Pfarrei Schmidmühlen

Kath. Pfarramt

Schmidmühlen

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Glocken im Kirchturm Schmidmühlen / Neuer Farbanstrich

 
 

Nach dem der Kirchturm in Schmidmühlen mit einem Baugerüst versehen war um zur 1000Jahrfeier einen frischen Farbabstrich zu erhalten, wurde auch die gemeindeeigene Turmuhr auf Glanz gebracht. Inzwischen wurden die Arbeiten bereits fertig gestellt. Bei dieser Gelegenheit war es angebracht, die Glockenstube einmal näher zu betrachten.

 „Wem eigentlich in Schmidmühlen die Stunde schlägt“, fragten sich Michael Koller, Mitglied der Kirchverwaltung, und Johann Bauer, Pfarrgemeinderatssprecher. So machten sich beide auf, den Turm zu besteigen. Der Kirchturm wurde 1832 an der heutigen Stelle erbaut und 1834 fertig gestellt. Der vorherige Kirchturm der gegenüber stand ist 1807 eingestürzt, dabei ging die Sterbeglocke zu Bruch.

 Im Turm sind fünf Glocken untergebracht. Nach Auskunft des Bischöflichen Zentralarchivs Regensburg, musste Hochwürdiger Herr Geistlicher Rat Härtle, am 28. April 1940 alle Bronzeglocken, zwecks Beschlagnahme durch das Kriegsministerium, an das Bischöfliche Ordinariat Regensburg melden. Eine Glocke durfte im Turm verbleiben. Eine Baufirma hat die Glocken abgenommen und abtransportiert. Sie sollten nach Hamburg zum Glockenfriedhof gebracht werden. Ob die Glocken tatsächlich bis dorthin kamen, ist nicht bekannt. Ein Teil der Glocken hat den Krieg heil überstanden, und sie kamen wieder auf ihren abgestammten Platz in den Turm zurück.

    Die große Glocke, Ton as

Die Inschrift der großen Glocke lautet: Gawerhiel Kirder in Nirnperg hat mich gegossen, aus dem Feuer bin ich geflossen, 1563. Auf der einen Seite ist das Marktwappen, auf der anderen Seite das bayerische Wappen, ein Schmiedehammer und ein halbes Mühlrad. Gewicht ca. 19 Zentner, Durchmesser 1 m. Mit der Glocke wird der Stundenschlag der Uhr angegeben. Sie wurde auch bei einem Brand geläutet, da ja bis Ende des Krieges keine Sirene im Ort war. Man nannte sie die Feuerglocke. Sie durfte auch während des Krieges im Turm verbleiben und wurde nicht beschlagnahmt

  Die zweite Glocke, Ton b

Die zweite Glocke genannt die 12er Glocke oder Angelusglocke. Die Inschrift lautet: Martin Neumeier zu Stadtamhof 1733 zu Ehren St. Egidii goß mich. Auf der Glocke das Bild des heiligen Egydius und Marktwappen. Gewicht 400 kg, Durchmesser 75 cm. Mit dieser Glocke wird täglich dreimal zum Angelus geläutet und die Viertelstunden werden angeschlagen.

 

Die dritte Glocke, Ton c

 Die dritte Glocke genannt die 11er Glocke oder Mittagsglocke. Früher wurde Mittag von 11 bis 12 Uhr gehalten, deswegen der Name 11er- oder Mittagsglocke.

Die Inschrift lautet: Anno 1772 Johannes Erhardus Kößner zu Stadtamhof. Bilder auf der Glocke von St. Sebastian und Franz Xaver. Das Gewicht ist nicht bekannt, Durchmesser 64 cm.

 

 Die vierte Glocke, Ton d

 Die vierte Glocke genannt die Achtuhr Glocke oder auch Hußglocke. Die Minuskelinschrift lautet: Ave Maria gratia plena, dominus tecum. Sie ist ohne Abzeichen und Jahreszahl. Gewicht unbekannt, Durchmesser 55 cm. Sie ist aus dem 15. Jahrhundert.

 

 

                                        Die fünfte Glocke

 Die fünfte Glocke, die Sterbeglocke kam vom Glockenfriedhof nicht mehr zurück. In Inschrift lautete: Josef Philippi zu Stadtamhof goß mich 1834, Armenseelenbild, Gewicht nicht bekannt, Durchmesser 44 cm.

 Fremdglocke mit Ton as

An deren Stelle hängt heute eine Fremdglocke. Diese wurde 1945 von der amerikanischen Militärregierung Burglengenfeld, an Hochwürdigen Geistlichen Rat Härtle übergeben, der sie am 9. Juli weihte. Sie wurde am Abend zum Ersten Mal geläutet, nach Auskunft des Bischöflichen Zentralarchivs Regensburg. Die Inschrift lautet: Gloria to God in the hygest and on Earth pace men of good will. Über der Schrift der Weihnachtsengel, darunter der Weihnachtsstern. Auf der Rückseite steht: Presented by Edit and Ernst Just, Boras, Sweden, trough the war, prisoners aid ymca´s May 1944, Cast by G. Bergholz, Stockholm. Die Glocke wiegt 1,2 Zentner und wurde 1944 in Schweden gegossen.

 Termingerecht wurde in der Woche vor Pfingsten die notwendige Sanierung des Kirchturms unter der baulichen Leitung von Baugeschäft Christof Hummel aus Schmidmühlen abgeschlossen.

Auch die Turmuhr wurde durch die Gemeinde Schmidmühlen erneuert.