| |

Pfarrer Sulzer feierte mit der Pfarrgemeinde mit
Festgottesdiensten das Kirchweihfest. Am Samstag
umrahmte den Gottesdienst der Kirchenchor und am
Sonntag die kirchliche Blaskapelle „St. Ägidius“ und
die Kirwapaare.
Am Sonntag zog Pfarrer Sulzer mit den Ministranten
und den Kirwapaaren feierlich in die Pfarrkirche
ein. „Einmal im Jahr sollen die 12 Apostelleuchter
bei der Eucharistiefeier brennen. Sie sollen uns
daran erinnern, dass die Kirche Jesu Christi, die ja
auch unsere Kirche ist, auf dem Fundament der 12
Apostel gegründet wurde“, betonte Pfarrer Sulzer.
Daraufhin wurden die Kerzen vom Oberkirwapaar 2010
mit Anna Lena Braun und Stefan Färber entzündet.
Die
Kirwapaare hatten auch die Mitgestaltung des
Gottesdienstes mit den Fürbitten übernommen.
Pfarrer Werner Sulzer
dankte dem Kirchenchor, der den Gottesdienst am
Samstag umrahmte und der Blaskapelle „St. Ägidius“
für die Umrahmung am Sonntag.
„Die einfachste Definition von Kirche lautet: „Wo
zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da
bin ich mitten unter ihnen“, sagte Pfarrer Werner
Sulzer in seiner Predigt. Kirche ist in erster Linie
kein Gebäude, sondern in erster Linie besteht Kirche
aus Menschen. Zwei Personen genügen, um Kirche
entstehen zu lassen. Wenn wenigsten zwei
zusammenkommen, um an Jesus zu denken, um ihn in
ihrer Mitte lebendig werden zu lassen, dort entsteht
Kirche. Kirche – das ist eine Gemeinschaft von
Glaubenden, die sich an einem konkreten Ort um Jesus
versammeln. Das Ziel Jesu war nicht der religiöse
Einzelkämpfer, der für sich gesehen vor sich
hinglaubt. „Ich kann doch für mich glauben – Ich
kann doch für mich allein beten“ diese Sätze, die
man heute immer wieder hören kann, können sich nicht
auf Jesus berufen.
Jesus
beruft Menschen in eine Gemeinschaft von Glaubenden
hinein. „Meine Erfahrung ist, dass lebendiger
Glaube, Glaube, der nicht auf Sparflamme kocht,
sondern lebendiger, feuriger Glaube sich mitteilen
will. Indem wir miteinander beten miteinander
unseren Glauben feiern und singen, feuern wir uns
einander an und stärken uns gegenseitig“! An
Kirchweih begehen wir diese Kirche vor Ort an einem
konkreten Ort, in einer überschaubaren Einheit. Das
ist das eine Gesicht von Kirche. Ein anderes Gesicht
von Kirche durften ich vor 14 Tagen erleben – beim
Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages mit über 1
Mio. Katholiken in Madrid.
Man kann eine solche Veranstaltung kaum beschreiben,
man muss sie erlebt haben. Zugegebenermaßen ähnelt
ein Weltjugendtag manchmal einem Festival.
Es
geht laut, schrill, manchmal drangvoll und vor allem
ungemein lebendig zu. All überall spürt man eine
ganz große Lebensfreude, die pure Lust am Leben –
durchaus positiv gemeint – freilich diese
Lebensfreude kommt weitestgehend ohne Alkohol aus;
diese Lebendigkeit geht Hand in Hand mit dem
Glauben; und diese Lebensfreude hat auch seine
stillen Augenblicke. Wenn sich über Abertausende von
Menschen – wie beim Kreuzweg oder bei der Wandlung
geschehen - Ruhe legt, entsteht eine ungemein dichte
Atmosphäre, in der Stille fast mit Händen zu greifen
ist. Eine solche Veranstaltung zeigt, was es heißt
katholisch zu sein. Katholou heißt über-setzt:
umfassend – weltumspannend. Wir gehören eben nicht
irgendeinem hinterwäldlerischen Provinzverein an,
der sich selbst genügen kann, sondern wir sind Teil
einer weltumspannenden Gemeinschaft. Bei seiner
Himmelfahrt hat Jesus seinen Jüngern aufgetragen:
Geht in alle Welt und macht alle Völker zu meinen
Jüngern. Zumindest im Ansatz ist das Wirklichkeit
geworden. Wir begegneten Christinnen und Christen
aus aller Herren Länder. Große Gruppen aus Spanien,
Frankreich und Italien erfüllten die U-Bahnen und
Straßen mit ihren lauten Gesängen. Argentinier,
Brasilianer und Mexikaner schwenkten ihre Fahnen;
Indonesier waren an ihren auffälligen Kopfschmuck zu
erkennen; Südafrikaner und Kongolesen brachten im
wahrsten Sinne Farbe ins Spiel. Aber auch ganz
exotische Länder waren vertreten wie St. Luzia oder
das Volk der Karen. Weltkirche pur. Bei allen
Unterschieden und sprachlichen Barrieren war ein
großes Miteinander spürbar. Der eine gemeinsame
Glaube an Jesus Christus verbindet uns. Mindestens
einmal im Leben sollte man in diese Weltkirche
eintauchen, um zu realisieren, was es heißt,
katholisch zu sein.
Sicherlich
erlebt man dies am intensivsten bei einer solchen
Großveranstaltung, aber auch bei den Papstaudienzen
auf dem Petersplatz oder noch stärker in Lourdes
erlebt man, wie bunt und vielfältig unsere Kirche
ist. Die Kirche Jesu Christi hat immer diese beiden
Seiten – beide bedingen sich gegenseitig und beide
brauchen einander: „Kirche eine Gemeinschaft vor Ort
in einer überschaubaren Einheit und sie ist
Weltkirche. Wie zwei Lungenflügel sind beide für
einen lebendigen Glauben nötig. Dort, wo eines von
beiden verloren geht, wird Glaube kurzatmig; da
fehlt ihm der lange Atem, der nötig ist, damit
jemand dauerhaft, kraftvoll, lebensfroh glauben
kann, so wie wir es beim Weltjugendtag erleben
durften“, betonte Pfarrer Werner Sulzer. |
|