Pfarrei Schmidmühlen

Kath. Pfarramt

Schmidmühlen

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Festliche Gottesdienste an der Kirchweih / Patrozinium 2011

 
 

 

 Pfarrer Sulzer feierte mit der Pfarrgemeinde mit Festgottesdiensten das Kirchweihfest. Am Samstag umrahmte den Gottesdienst der Kirchenchor und am Sonntag die kirchliche Blaskapelle „St. Ägidius“ und die Kirwapaare.

 Am Sonntag zog Pfarrer Sulzer mit den Ministranten und den Kirwapaaren feierlich in die Pfarrkirche ein. „Einmal im Jahr sollen die 12 Apostelleuchter bei der Eucharistiefeier brennen. Sie sollen uns daran erinnern, dass die Kirche Jesu Christi, die ja auch unsere Kirche ist, auf dem Fundament der 12 Apostel gegründet wurde“, betonte Pfarrer Sulzer. Daraufhin wurden die Kerzen vom Oberkirwapaar 2010 mit Anna Lena Braun und Stefan Färber entzündet. Die Kirwapaare hatten auch die Mitgestaltung des Gottesdienstes mit den Fürbitten übernommen.  Pfarrer Werner Sulzer dankte dem Kirchenchor, der den Gottesdienst am Samstag umrahmte und der Blaskapelle „St. Ägidius“ für die Umrahmung am Sonntag.

„Die einfachste Definition von Kirche lautet: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, sagte Pfarrer Werner Sulzer in seiner Predigt. Kirche ist in erster Linie kein Gebäude, sondern in erster Linie besteht Kirche aus Menschen. Zwei Personen genügen, um Kirche entstehen zu lassen. Wenn wenigsten zwei zusammenkommen, um an Jesus zu denken, um ihn in ihrer Mitte lebendig werden zu lassen, dort entsteht Kirche. Kirche – das ist eine Gemeinschaft von Glaubenden, die sich an einem konkreten Ort um Jesus versammeln. Das Ziel Jesu war nicht der religiöse Einzelkämpfer, der für sich gesehen vor sich hinglaubt. „Ich kann doch für mich glauben – Ich kann doch für mich allein beten“ diese Sätze, die man heute immer wieder hören kann, können sich nicht auf Jesus berufen. Jesus beruft Menschen in eine Gemeinschaft von Glaubenden hinein. „Meine Erfahrung ist, dass lebendiger Glaube, Glaube, der nicht auf Sparflamme kocht, sondern lebendiger, feuriger Glaube sich mitteilen will. Indem wir miteinander beten miteinander unseren Glauben feiern und singen, feuern wir uns einander an und stärken uns gegenseitig“! An Kirchweih begehen wir diese Kirche vor Ort an einem konkreten Ort, in einer überschaubaren Einheit. Das ist das eine Gesicht von Kirche. Ein anderes Gesicht von Kirche durften ich vor 14 Tagen erleben – beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages mit über 1 Mio. Katholiken in Madrid.

Man kann eine solche Veranstaltung kaum beschreiben, man muss sie erlebt haben. Zugegebenermaßen ähnelt ein Weltjugendtag manchmal einem Festival. Es geht laut, schrill, manchmal drangvoll und vor allem ungemein lebendig zu. All überall spürt man eine ganz große Lebensfreude, die pure Lust am Leben – durchaus positiv gemeint – freilich diese Lebensfreude kommt weitestgehend ohne Alkohol aus; diese Lebendigkeit geht Hand in Hand mit dem Glauben; und diese Lebensfreude hat auch seine stillen Augenblicke. Wenn sich über Abertausende von Menschen – wie beim Kreuzweg oder bei der Wandlung geschehen - Ruhe legt, entsteht eine ungemein dichte Atmosphäre, in der Stille fast mit Händen zu greifen ist. Eine solche Veranstaltung zeigt, was es heißt katholisch zu sein. Katholou heißt über-setzt: umfassend – weltumspannend. Wir gehören eben nicht irgendeinem hinterwäldlerischen Provinzverein an, der sich selbst genügen kann, sondern wir sind Teil einer weltumspannenden Gemeinschaft. Bei seiner Himmelfahrt hat Jesus seinen Jüngern aufgetragen: Geht in alle Welt und macht alle Völker zu meinen Jüngern. Zumindest im Ansatz ist das Wirklichkeit geworden. Wir begegneten Christinnen und Christen aus aller Herren Länder. Große Gruppen aus Spanien, Frankreich und Italien erfüllten die U-Bahnen und Straßen mit ihren lauten Gesängen. Argentinier, Brasilianer und Mexikaner schwenkten ihre Fahnen; Indonesier waren an ihren auffälligen Kopfschmuck zu erkennen; Südafrikaner und Kongolesen brachten im wahrsten Sinne Farbe ins Spiel. Aber auch ganz exotische Länder waren vertreten wie St. Luzia oder das Volk der Karen. Weltkirche pur. Bei allen Unterschieden und sprachlichen Barrieren war ein großes Miteinander spürbar. Der eine gemeinsame Glaube an Jesus Christus verbindet uns. Mindestens einmal im Leben sollte man in diese Weltkirche eintauchen, um zu realisieren, was es heißt, katholisch zu sein.

Sicherlich erlebt man dies am intensivsten bei einer solchen Großveranstaltung, aber auch bei den Papstaudienzen auf dem Petersplatz oder noch stärker in Lourdes erlebt man, wie bunt und vielfältig unsere Kirche ist. Die Kirche Jesu Christi hat immer diese beiden Seiten – beide bedingen sich gegenseitig und beide brauchen einander: „Kirche eine Gemeinschaft vor Ort in einer überschaubaren Einheit und sie ist Weltkirche. Wie zwei Lungenflügel sind beide für einen lebendigen Glauben nötig. Dort, wo eines von beiden verloren geht, wird Glaube kurzatmig; da fehlt ihm der lange Atem, der nötig ist, damit jemand dauerhaft, kraftvoll, lebensfroh glauben kann, so wie wir es beim Weltjugendtag erleben durften“, betonte Pfarrer Werner Sulzer.