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Alljährlich
begeht die Pfarrei Schmidmühlen am Sonntag nach
Pfingsten das Dreifaltigkeitsfest auf dem Kreuzberg,
wegen der schlechten Witterung fand der Gottesdienst
in der Pfarrkirche statt. Der Gottesdienst wurde von
der Blaskapelle „St. Ägidius“ musikalisch umrahmt.
Wegen des
Regens wurde der Gottesdienst in die Pfarrkirche
verlegt. Festprediger war Pfarrer Bruno Todt aus
Amberg. Pfarrgemeinderatssprecher Johann Bauer
konnte auch Fußwallfahrer aus Adertshausen und
Hohenfels begrüßen, die laut Gelübde jeweils zum
Kreuzberg pilgern. Der Dank von Johann Bauer galt
allen, die bei der Vorbereitung des Kreuzbergfestes
beteiligt waren.
In
seiner Festpredigt sagte Pfarrer Bruno Todt, die
letzten Worte eines Menschen sind oft so etwas wie
ein Vermächtnis. Das gilt auch für die Worte Jesu,
wie sie der Evangelist Mathäus aufgeschrieben hat:
„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der
Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle
Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch
geboten habe!“ In diesen letzten Worten Jesu steckt
viel Information und ein präziser Auftrag. Zunächst
bestätigt Jesus seine Gottheit. Ihm ist alle Macht
gegeben, Alle Macht im Himmel und auf der Erde. Mit
dem Wort „gegeben“ weist er hin auf die innige
Verbindung mit seinem Vater. Denn nicht von sich aus
wirkt Jesus, sondern im Miteinander der göttlichen
Dreifaltigkeit: Ich und der Vater sind ein! Was
immer der Vater will, das will der Sohn, das will
der Heilige Geist“, betonte Pfarrer Todt. Das ist
absolute, innige Gemeinsamkeit, aber auch die
vollkommene Macht, die alles – Himmel und Erde –
umschließt. Jesus ist Gott und wirkt im Vater durch
den Hl. Geist. „Interessant ist nun, was dieser
Jesus zu seinen Jüngern sagt: Darum geht zu allen
Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern!“
Dreieinigkeit ist nichts Weltfremdes. Gott hat ein
Ziel, deshalb hat er die Welt erschaffen. Gott sitzt
nicht auf seinem himmlischen Vorstands-Sessel und
schüttelt dabei immer häufiger sein Haupt, wenn er
das Treiben der Menschen von oben herab beobachtet.
Er hat alles erschaffen, die Welt, die Menschen vor
allem – aus seiner überströmenden Liebe heraus.
Jesus sagt ja im Evangelium, darum sollen alle
Menschen zu seinen Jüngern gemacht werden, weil Gott
mit ihnen allen etwas vorhat. Niemand soll außen vor
bleiben, wenn es um den Himmel geht. Alle sollen das
große Los ziehen dürfen, alle sollen das Glück
haben, bei Gott auf ewig wie im siebten Himmel zu
wohnen. Genau darum geht es, wenn wir den
dreieinigen Gott feiern. Gott ist Liebe – eine
Kernaussage des Evangeliums. Er liebt seine
Geschöpfe so sehr, dass er sein Glück im Himmel mit
dem Menschen teilen möchte. Und das ist der Himmel:
Ewige Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Die
Hölle ist genau das Gegenteil: Einsamkeit und
Verlassenheit und des halb tiefe Traurigkeit. „Der
Markt Schmidmühlen feiert heuer sein 1000jähriges
Bestehen. Ich vermute, dass es seitdem auch Christen
gibt hier. Schauen wir deshalb auf die jüngere
Geschichte: Heuer im Sommer geht eine im Vergleich
zu den 1000 Jahren kleine Epoche zu Ende. Pfarrer
Georg Braun verlässt nach einer ungewöhnlich langen
Zeit von 36 Jahren die Pfarrei und den Markt
Schmidmühlen. Die Mallersdorfer Schwestern, die noch
länger hier waren, gehen. Ich lasse es einmal
dahingestellt, ob sie alle diese langjährige
Gemeinschaft in der Pfarrei, im Kindergarten, in der
Krankenpflege immer als den siebten Himmel erlebt
haben!“ Aber dass diese Treue und dieses Miteinander
etwas ist für das sie alle froh und dankbar sind,
das ist schon klar. Und sie wissen: Diese
Gemeinschaft stärkt und trägt uns und gibt uns auf
jeden Fall eine kleinen Vorgeschmack auf die
Gemeinschaft mit den Heiligen und dem dreifaltigen
Gott im Himmel. Die Jünger Jesu bekamen damals den
Auftrag, „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern,
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Hl. Geistes“! Diesen Auftrag haben sie
erfüllt und diesen Auftrag hat Pfarrer Georg Braun
ebenso wie seine Vorgänger hier in Schmidmühlen
erfüllt. „Machen sie sich deshalb wieder einmal
bewusst, dass sie alle auf den Namen des
dreifaltigen Gottes getauft wurden und seitdem seine
Jünger sind“, betonte Todt.
Natürlich
spüren wir, dass es gerade heute auch eine
Gegenbewegung gibt – viele glauben nicht mehr an
Gott, viele treten aus der Kirche aus. Es ist eine
Zustandsbeschreibung, der manche von ihnen zustimmen
werden, wenn ein Vater, der erlebt dass seine Kinder
mit der Kirche nichts mehr am Hut haben wollen. Ihre
eigenen Kinder nicht mehr taufen lassen, wenn er
traurig sagt „wissen sie, ich habe schon lange
aufgehört mit meinen Kinder über Gott zu reden.
Jetzt rede ich mit Gott über meine Kinder“! Dennoch
gilt der Auftrag Jesu, alle Menschen zu seinen
Jüngern zu machen, auch uns heute. „Wie sind wir
denn selber zum Glauben gekommen?“ Durch andere
Menschen, durch all die Jahrhunderte hat es in
Schmidmühlen Menschen gegeben, die ihren Glauben an
Gott weitergegeben haben. Das waren Pfarrer,
Ordensschwestern, vor allem aber sie, liebe Eltern
die ihren Kindern den Glauben mit auf den Weg geben.
Das war nicht immer vollkommen. Aber es ist ihnen
gelungen, Zeugnis zu geben von einem liebenden Gott,
dass Gott die Liebe ist und uns Menschen mit seiner
Liebe nahe bleibt. Diesem Gott danken wir in jeder
Eucharistiefeier, so auch heute und das ist hoch
einzuschätzen: Durch unsere Mitfeier geben wir unser
Glaubenszeugnis. Es war Jesu sehnlichster Wunsch,
dass möglichst viele Menschen Anteil haben an der
Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott. Den
schönsten Schluss für diese Predigt hat Jesus selbst
gesprochen – vielleicht gerade in unsere oft
glaubens- und mutlose Zeit „Seid gewiss, ich bin
euch alle Tage bis zum Ende der Welt“! Nehmen wir
diesen mut machenden Satz mit in unser Leben, wohin
uns der Weg auch führt.
Der
festliche Gottesdienst wurde mit dem gemeinsam
gesungenen „Te deum“ beendet. |
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