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Die
Aussendungsfeier der zwölf Sternsingergruppen der
Pfarrei fand am Fest „Heiligdreikönig“ beim
Festgottesdienst statt. Die Sternsinger wurden
gesegnet und durch Pfarrer Werner Sulzer ausgesandt.
Die Gruppen zogen anschließend durch die Straßen der
Pfarrei.
Pfarrer
Werner Sulzer sprach zu Beginn des Gottesdienstes zu
den Sternsingern „ihr Kinder und Jugendlichen habt
eure Sternsingergewänder, die Gewänder eines Königs
angelegt. Damit habt ihr euch streng genommen nicht
verkleidet, sondern ihr zeigt nach außen, was wir
alle durch dieses Kind sind: Könige.
Ihr zieht
heute als Könige durch unsere Pfarrei, um die
Menschen an diese königliche Würde zu erinnern. Wer
dieses Kind als bestimmende Größe des Lebens
annimmt, wird selbst ein König“!
In seiner
Predigt betonte Sulzer „von Königen ist in den
Weihnachtstexten weit und breit keine Rede. Matthäus
nennt sie vielmehr Sterndeuter. Und doch ist das
Ganze gar nicht so verkehrt“! Davon erzählt auch der
folgende Brief an den Eigentümer des Stalles:
Mächtiger, gefürchteter Ben Charub,
auf deinem
Grundstück und in deinem Stall ist Ungewöhnliches
passiert. Ich möchte gleich bitten, erhabener
Eigentümer, die Ursache für dieses Geschehnis nicht
bei mir zu suchen. Ich bin nur ein Pächter und habe
größte Mühe, mich in meiner Familie durchzusetzen.
Du kennst mein Weib Rachel. Alles begann mit der
Volkszählung. Mit ihr kamen Scharen von Auswärtigen
in unseren Ort, die meisten von ihnen wildfremd.
Unter ihnen war auch ein gewisser Josef, der
behauptete ein Vetter von mir zu sein. Das mochte
stimmen oder auch nicht. Eine Ähnlichkeit konnte ich
jedenfalls nicht erkennen. Auf jeden Fall hatte er
ein junges Mädchen bei sich, das ein Kind erwartete.
Beinahe hätte ich sie eingelassen, als Rachel mich
von hinten anstieß und es mir verbot. Und dieser
Josef und seine Frau müssen es gewesen sein, die
unerlaubt deinen Stall aufgesucht und sich für
einige Wochen darin eingerichtet haben. Wie gesagt,
von mir hatten sie dafür keine Erlaubnis. Kurzum: Es
waren Stallbesetzer. Nun haben diese beiden den
Stall eigentlich recht ordentlich hinterlassen und
manches sogar repariert. Dafür fehlt einiges an
Futtergetreide. Dieses Paar muss viele Besucher
gehaben haben. Jedenfalls ist der Vorplatz arg
zertrampelt und mehrere Feuerstellen haben das Gras
versengt.
Aber am
eigentümlichsten sind nicht die äußeren
Veränderungen. Vielmehr ist in den Menschen selbst
etwas anders geworden.
Als ich im
Stall nach dem Rechten sah, traf ich auf Hirten und
auf seltsame Fremde aus dem Osten. Als ich sie zur
Rede stellte, kümmerten sie sich kaum darum, Sie
ließen den früheren Gehorsam und den ehrfürchtigen
Respekte vermissen. Sie begegneten mir mit erhobenen
Haupt; ohne jede Angst, ohne jede Scheu. Ich kann es
nicht recht erklären. Vielleicht doch: Sie sahen
aus, als ob sie einen anderen Herrn angenommen
hätten.
„Sie sahen
aus als ob sei einen anderen Herren angenommen
hätten“. Dieser Satz beschreibt kurz und prägnant,
was an der Krippe geschehen kann. Weihnachten hat
die Kraft zu verwandeln. Wer immer zu diesem Kind
kommt, egal ob als Kind oder als Erwachsener, als
Gelehrter oder als Hirt, als angesehene
Persönlichkeit oder als Außenseiter, er geht
verwandelt nach Hause, er geht als König. „Wer
dieses Kind zur bestimmenden Größe seines Lebens,
zum Herrn erhebt, der kann erhobenen Hauptes davon
ziehen; der braucht vor niemandem mehr zu kuschen
und zu buckeln; der kann furchtlos, aufrecht mit der
Würde eines Königs durchs Leben gehen“, so der
Geistliche.
Die
Sternsingergruppen, jeweils drei Kinder in den
entsprechenden Gewändern der Heiligen Drei Könige
und mit Weihrauchkessel, begleitet von einem Kind
als Sternträger, zogen anschließend von Haus zu Haus
und trugen ein Gedicht vor. Auf Wunsch schrieben sie
über die Haustür die Buchstaben C, M, und B
(Christus mansionem benedicat = Christus segne
dieses Haus). |