Pfarrei Schmidmühlen

Kath. Pfarramt

Schmidmühlen

eM@il

 
 

Unser Adventweg hat seine Voraussetzung im Entgegenkommen Gottes

 
 

  

 Das Weihnachtsfest wurde in der Pfarrei mit durchwegs sehr gut besuchten Gottesdiensten in der Pfarrkirche würdig begangen. Am Heiligen Abend fanden eine Kinderkrippenfeier und eine Christmette statt.

 Die Kinderkrippenfeier wurde von der Bläsergruppe der Blaskapelle St. Ägidius, Kinderschola und Jugendlichen gestaltet. Bei der Christmette sang der Kirchenchor. Volksgesang mit Weihnachtsliedern war am 1. Weihnachtsfeiertag angesagt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag sangen beim Festgottesdienst die Aktiven des Männergesangsvereins 4-stimmige Weihnachtslieder. Bei den Gottesdiensten und Predigten war Pfarrer Sulzer sehr gefordert. Er dankte allen die diese Festtage mitgestaltet haben.

 In seiner Predigt betonte Pfarrer Werner Sulzer, „damals vor 2000 Jahren lebten Hunderte von Menschen in dem kleinen Ort Bethlehem. Doch Weihnachten wurde es nur für eine kleine Schar von Hirten; für Menschen, die wachsam und neugierig, offen und beweglich genug waren, um diese Botschaft des Nachts zu hören und um sich dann auch auf den Weg zu machen. Auch für uns heute kann es nur dann Weihnachten werden, wenn wir uns äußerlich wie innerlich aufmachen. Wer es dagegen bequem haben will und es sich in seinem Leben, auch in seinem weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer eingerichtet hat, an dem geht der Kern von Weihnachten, die Geburt Jesu spurlos vorüber!“ Weihnachten braucht unsere Aufbruchstimmung, ein Stück Offenheit und Beweglichkeit. Durch ihr Kommen  haben sie einen ersten ganz entscheidenden Schritt getan. Und doch trotz unseres nötigen Zutuns, die eigentliche Vorarbeit müssen nicht wir leisten; vielmehr hat sie Gott erbracht. Gerade auf Weihnachten trifft der Satz von Karl Rahner zu: „Das Eigentliche kommt einem entgegen, sucht einen, wenn man sich aufmacht und geht.“ Das Eigentliche, das, was das Leben im Kern ausmacht, Gott selbst kommt uns entgegen, ja sucht uns sogar, vorausgesetzt wir mach uns auf und gehen. In einem schier unvorstellbaren Maß ist Gott für uns offen und zugänglich. Er bringt uns Menschen eine schier grenzenlose Offenheit entgegen. In einer unglaublichen Weise kommt er uns entgegen. Was ist schon die kleine Wegstrecke, die die Hirten zurücklegen, die wir zurückgelegt haben, im Vergleich zu der Distanz, die Gott in seiner Menschwerdung überwindet.

 Und damit diesbezüglich ja kein Zweifel aufkommt, kommt Gott als kleines Baby. Denn was wäre offener und offenherziger als ein kleines Kind, das jedem Menschen unabhängig von Rang und Namen ganz offen entgegenblickt, dass selbst der Schüchternste, Ärmste und Gescheitertste diesem Gott ohne jede Scheu nahen darf. „Wir feiern heute das Entgegenkommen Gottes, den entgegenkommenden Gott. Damit ist Weihnachten ein klarer Kontrast zu unserer Gesellschaft, die auf Leistung und Größe, auf Können und Macht getrimmt ist; und Weihnachten ist auch ein Kontrast zu einer vielgestaltigen Religiosität, die momentan modern ist und uns in vielen esoterischen Büchern und Praktiken begegnet“, betonte der Geistliche. Auch geht es darum, sich des Göttlichen zu bemächtigen, Stufe für Stufe zu einer höheren Erkenntnis und größeren Stärke aufzusteigen. Bei all dem liegt wieder die wesentliche Anstrengung beim Menschen selbst.

 Gerade im Blick darauf kann uns bewusst werden wie ganz anders Weihnachten ist: Nicht wir Menschen bemächtigen uns Gottes, sondern Gott entmächtigt sich, entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering, um einer von uns zu werden.

Nicht wir müssen Stufe für Stufe mühsam die Leiter zu Gott erklimmen und den Himmel erobern, sondern er ist den ganzen Weg herabgestiegen, hat jede Distanz zwischen ihm und uns überwunden. Der Himmel kommt uns heute entgegen.

Nicht wir müssen etwas leisten und vorweisen, sondern wir müssen ihm NUR – und das ist für einen Erwachsenen schwer genug -  wie ein kleines Kind Vertrauen schenke und uns beschenken lassen.  

 Wer diesem Kind gewordenen, diesem entgegenkommenden Gott diese kindliche Offenheit entgegenbringt, für den kann es heute Weihnachten werden. „Denn: Der Eigentliche kommt uns heute entgegen, sucht uns, vorausgesetzt wir machen uns auf und gehen vertrauensvoll auf ihn zu“, so Pfarrer Werner Sulzer.

 Nach den Gottesdiensten konnte auch das Friedenslicht von Bethlehem mit nach Hause genommen werden.